Reinickendorf gedenkt Opfer des Nationalsozialismus
Anlässlich der Befreiung der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vor 81 Jahren legten heute Nachmittag Reinickendorfs Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner, die Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung, Kerstin Köppen (beide CDU), die Fraktionen des Bezirksparlaments sowie Oberst Jens Roßmanith für die Bundeswehr Blumengebinde an der Erinnerungstafel im historischen Rathaus nieder und gedachten der Opfer des Nationalsozialismus.
Die Bezirksbürgermeisterin betonte, dass der 27. Januar für alle Menschen Mahnung sei, jeder Form von Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit entgegenzutreten. Reinickendorf verstehe sich als vielfältiger Bezirk, der jüdisches Leben schützt und Betroffene stärkt. Erinnerungskultur sei dabei nicht nur historische Verantwortung, sondern ein Auftrag für die Gegenwart.
Als eindrückliches Beispiel lebendiger Erinnerung hob sie den jüngsten Besuch der 97‑jährigen Holocaust-Überlebenden Ruth Winkelmann im Reinickendorfer Fuchsbau hervor. Rund 30 Kinder und Jugendliche hatten dort die Gelegenheit, mit ihr über ihre Erfahrungen im Versteck in Wittenau, den Verlust ihrer Schwester und den Mord an ihrem Vater in Auschwitz zu sprechen. Solche Begegnungen, so die Bezirksbürgermeisterin, gäben jungen Menschen Orientierung und Mut.
Zum Abschluss der Veranstaltung bat die Bezirksbürgermeisterin um eine Minute des stillen Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Sie bekräftigte den Anspruch des Bezirks, Verantwortung zu übernehmen und entschlossen für eine offene, solidarische Gesellschaft einzustehen.
Der 27. Januar wurde im Jahr 1996 zum offiziellen deutschen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt.