Gemacht
25.08.2020, 15:01 Uhr | Fachlicher Text: Uwe Grof, Daniel Berger, Giovanna Spohde
ZUKUNFTSIDEE: ROBOTER WILLI IST PFLEGEKRAFT

Das Gesundheitssystem ist überlastet, Pflegekräfte erschöpft und gerade die aktuelle Covid-19 Pandemie verschärft die Problematik des Fachkräftemangels im Pflegesektor. Eine grundlegende Änderung ist zunächst leider nicht in Sicht. Unser Ziel ist es mithilfe der Entwicklung eines auf künstlicher Intelligenz basierten Entlastungsassistenten (Avatar Roboter „Willi“) in Zukunft eine Lösung gegen diese Problematik anbieten zu können sowie ein Avatar Roboter als Leistung der Krankenkassen für pflegebedürftige Personen Zuhause.

„Willi“ soll Pflegekräfte und pflegende Angehörige entlasten. Für Zuhause stellt er Mittel gegen die Einsamkeit und Isolation dar, wovon insbesondere viele Senioren betroffen sind. Der Avatar Roboter für Krankenhäuser und Heime ermöglicht u.a. eine digitale Dokumentenverwaltung, er macht Visiten ortsunabhängig und fährt per Sprachbefehl eigenständig zur Medikamentenausgabe oder Wäschekammer.Für den Heimbedarf wird Willi ein Freund und Vertrauter von pflegebedürftigen Personen. Er kann sprechen, singen und Spiele spielen. Zudem sorgt er mittels integriertem SOS-Notrufsystem für die notwendige Sicherheit Zuhause. Per Sprachbefehl können pflegebedürftige Personen über ein Videokonferenzsystem jederzeit Kontakt zu Angehörigen und Bekannten aufnehmen. Bereits integrierte sowie sich in der Entwicklung befindliche Funktionen sind:

  • digitale Dokumentenverwaltung;
  • Ermöglichung unkomplizierter und ortunabhängiger Visiten mittels Videokonferenzsysteme;
  • Mobilität, d.h. Willi fährt per Sprachbefehl eigenständig zur Medikamentenausgabe oder Wäschekammer;
  • Willi erkundigt sich bei den Pflegekräfte nach den Vitalwerten des jeweiligen Patienten;
  • das Personal wird automatisch daran erinnert Pausenzeiten und wichtige Termine einzuhalten;
  • Pflegekräfte werden durch lobende und unterhaltsame Worte motiviert;
  • während der Pausenzeiten kann sich das Personal mithilfe von Sportübungen, Musik oder Meditation entspannenWilli für den Heimbedarf;
  • SOS-Notruf-Auslösung bei Stürzen und Ohnmachtsanfällen;
  • mittels Skype-Konferenz-Funktion können Videokonferenzen mit Angehörigen abgehalten werden;
  • orientierungslose Menschen können mithilfe eines Ortungssystems lokalisiert werden;
  • Willi erinnert die Senioren an ihre Medikamenten-einnahme und erkundigt sich, ob sie schon genug getrunken oder gegessen haben;
  • über den Avatar Roboter haben die Senioren die Möglichkeit Sport- oder Entspannungsübungen durchzuführen;
  • Willi enthält einen integrierten Sprachassistent - er funktioniert ähnlich wie Alexa, so kann er z.B. Fragen beantworten: Wie wird das Wetter?, Witze und Geschichten erzählen:
Die ehemalige Gesundheits-Staatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner ließ sich im Senioren-Förder-Club-Berlin über das Projekt informieren. „Ich gebe unumwunden zu, dass ich mit einer gewissen Skepsis in das Gespräch hineingegangen bin. Mein jüngster Bruder ist Informatiker. Unsere Gespräche drehen sich nicht selten um die Themen Automatisierung im Haushalt und Künstliche Intelligenz. Was ich heute hier bei der Vorstellung des ‚Projekt Willi‘ gesehen habe, macht mich schon sprachlos ob der angebotenen Möglichkeiten. Nichts und Niemand kann menschliche Wärme und Zuwendung ersetzen, daran halte ich fest. Aber ‚Willi‘ kann man schon beginnen, lieb zu haben!“
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