Gemacht
21.03.2020, 13:55 Uhr | Senat von Berlin
Was kommt nach dem TXL: Erste Gedanken zu U6 Ausbauplanungen

Erste Machbarkeitsstudien des Senats zeigen, wie die U-Bahnlinie 6 vom Knotenpunkt Kurt-Schumacher-Platz her erweitert werden könnte - und was das kosten könnte. 

Die Diskussionen um den Ausbau der Linie U6 nach Schliessung des Flughafens Berlin-Tegel TXL sind zwar noch mehr Gestaltungsgedanken einer fernen Zukunft, aber der Ausbau wird vor dem Hintergrund eines Wohnungsbaus für 10.000 Menschen (Kurt-Schumacher-Quartier), der Schaffung eines neuen Hochschulstandortes der Beuth-Hochschule für mind. 5.000 Studierende und des Baus eines neuen Gewerbeparks für mehr als 10.000 Arbeitsplätze notwendig werden. Nicht umsonst beklagte man die letztlich schlechte Erschliessung eines in Betrieb befindlichen TXL durch den ÖPNV. Busse allein werden nicht reichen, und ein umweltbelastender Individualverkehr ist nicht wünschenswert. 

Eine Verlängerung der U-Bahnlinie U6 zur ‚Urban Tech Republic‘ (wie das Gelände des jetzigen TXL künftig heißen wird) ist, so das Ergebnis der Machbarkeitsstudie, technisch umsetzbar. Die Analyse sollte mögliche Streckenverlängerungen untersuchen und ermitteln, welche Kosten und Nutzen dadurch entstünden. Für die Verlängerung der U6 zur ‚Urban Tech Republic‘ lägen die Kosten in der günstigsten und mit 2,9 Kilometern kürzesten Variante demnach bei 275 Millionen Euro. Die teuerste Route schlüge mit 607 Millionen Euro zu Buche. Die Strecke würde in der günstigsten Version von der oberirdisch geführten Strecke der U6 (also zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Otisstrasse) abzweigen und ebenfalls oberirdisch Bahnhöfe auf dem Nordgelände und am Campus der Beuth-Hochschule ansteuern. 

„Für weitere 62 Millionen Euro wäre auch eine Verlängerung zur Cité Pasteur möglich. Die anderen zwei Varianten verlaufen vom Kurt-Schumacher-Platz zunächst unterirdisch und sehen einen Halt am künftigen Schumacher-Quartier vor, ehe es Richtung Terminal ginge. Dafür müsste allerdings das Einkaufszentrum „Der Clou“ zum Teil abgerissen werden. Alleine dafür fielen je nach Strecke Ausgaben von 45 bis 50 Millionen Euro an. Insgesamt liegen die Kosten der beiden Varianten bei 544 beziehungsweise 530 Millionen Euro. Wobei letztere Streckenführung noch bis zur Cité Pasteur erweitert werden könnte, Kostenpunkt insgesamt: 607 Millionen Euro. Eine U-Bahnverbindung über das Schumacher-Quartier zur Urban Tech Republic könnten im Schnitt künftig 15.000 Personen täglich transportieren, schätzen die Planer. Für die anderen Streckenvarianten fehlen verlässliche Fahrgastzahlen.“