Gemacht
20.12.2019, 00:00 Uhr
Stadtplanung im Bezirk
TXL-Nachnutzung / KaBoN
In seiner letzten Sitzung vor dem Weihnachtsfest befaßte sich der Stadtplanungsausschuß der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf auch mit zwei wichtigen Problemstellungen für dem Ortsteil Reinickendorf-West. 

 

  • TXL-Nachnutzung: 

 

Im Rahmen der Projektierung des sogenannten ‚Kurt-Schumcher-Quartier‘ auf dem östlichen Teil des im November 2020 zu schließenden TXL soll das Autobahnstück zwischen Eichborndamm und Kurt-Schumacher-Damm entwidmet bzw. geschlossen werden. Stattdessen soll eine viersprurige Stadtstrasse entstehen. Nicht nur vor dem Hintergrund der Sanierung der U-Bahn-Trasse U6 und der anstehenden Grundinstandsetzung der Stadtautobahn von der Berliner Nordgrenze bis zum Jakob-Kaiser-Platz steht diese Planung unter erheblicher Kritik. Insbesondere wird eine massive Mehrbelastung der Wohngebiete links und rechts der Scharnweberstrasse und der Auguste-Viktoria-Allee befürchtet. Auch das Bundesverkehrsministerium hat erhebliche Bedenken geäußert, weil die Meteorstraße nach dem heutigen Planungsstand nicht annähernd die gleiche Kapazität aufweisen werden wird wie die Stichautobahn, zumal eine Spur auf beiden Seiten wegfällt. Bezirksbürgermeister Balzer brachte nun folgende Idee in die Diskussion ein: In Fahrtrichtung Kurt-Schumacher-Damm könnte eine weitere Spur gebaut werden. Außerdem könnten die Kreuzungen so verändert werden, dass diese nicht noch zusätzlichen Stau produzieren. Balzer berichtete, dass dieser Vorschlag vom Senat geprüft werden wird. 

 

 

  • KaBoN:

 

Die Diskussion über die möglichen Nutzungen des Geländes der ehemaligen Karl-Bonhoefer-Nervenklinik (KaBoN) nehmen einen breiten Raum im Ortsteil ein. Ankunftszentrum, Flüchtlingsunterbringung, Wohnungsbau und Naturschutz sind einige Stichworte dazu. Zudem sollen die vorhandenen Gesundheits-Therapie-Nutzungen erhalten bleiben. Der landeseigene Krankenhauskonzern Vivantes wird alle seine Verwaltungsnutzungen aufgeben. Streit herrscht über die Einschätzung, ob und wie eine schnelle Schaffung von Wohnraum auf dem Gelände möglich wäre. Die bezirkliche Bau- und Wohnungsaufsicht hat nun erklärt, dass eine solche Wohnbebauung auch ohne ein weiteres Bebauungsplanverfahren möglich ist. Zum derzeitigen Stand wurde der Ausschuß darüber informiert, dass zur Übertragung aus dem Vivantesvermögen bereits ein sogenannter positiver ‚letter of intend‘ existiere. Allerdings müssten noch weitere Dinge abgeklärt werden, bevor die Grundstücksübertragung vorbereitet werden könne. Gesichert ist, dass Vivantes nach Spandau geht und der Wohnungsbau auf dem Gelände erfolgen soll.
 

Jetzt leerstehende Gebäude sollen dem Ankunftszentrum dienen (medizinische Versorgung, Verwaltung). Die Einrichtung in der Bundesallee wird voraussichtlich geschlossen und die Kapazitäten werden Richtung KaBoN verlagert. Der CDU-initiierte Antrag zum KaBoN-Gelände, der eine „Dialog- und ergebnisoffene Bürgerbeteiligung“, verlangt, wurde bis zum Vorliegen weiterer Informationen zunächst vertagt.