Gemacht
22.10.2019, 12:30 Uhr
Lieber gemeinsam statt einsam
Koalition verstrickt sich im Kampf gegen Einsamkeit in Widersprüche

Emine Demirbüken-Wegner, Sprecherin für Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation, erklärt:

„Die Beratungen in der Oktobersitzung des Ausschusses für Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation sind ein Schlag ins Gesicht der einsamen Menschen in Berlin. Erneut hat die Koalition zwei Anträge von uns zur Bekämpfung der Einsamkeit in unserer Stadt abgelehnt. Obwohl die Expertenanhörung im Sommer dieses Jahres eindeutig zeigte, dass Berlin mehr tun muss, um das Problem der zunehmenden Vereinsamung zu bewerkstelligen, zeigt sich die Koalition erneut uneinsichtig. Die CDU-Fraktion nimmt die dringenden Appelle der Fachleute ernst und fordert daher in einem aktuellen Antrag, die Stelle eines Einsamkeitsbeauftragten für das Land Berlin zu schaffen. Leider sehen die Regierungsfraktionen das anders. Rot-rot-grün möchte, dass die freien Träger vermehrt Angebote für einsame Menschen bereithalten. Diesen Optimismus halten wir für gefährlich, denn die freien Träger sind jetzt schon hoffnungslos überlastet. Besonders bedenklich ist die Haltung der Koalition vor dem Hintergrund, dass es gar keine Datenlage zu Einsamkeit in Berlin gibt. Immer wieder heißt es, verschiedene Fachverwaltungen initiieren oder unterstützen Angebote. Wir wissen aktuell schlicht nicht, um wie viele Menschen es sich überhaupt handelt, die von der Einsamkeit betroffen sind. Um eine stärkeres gesellschaftliche Aufmerksamkeit hervorzurufen und ein Rahmenkonzept zu initiieren bedarf es dringend der Erhebung valider Daten. Dafür ist die Stelle eines Einsamkeitsbeauftragten unerlässlich. Dass die Koalition bei diesem mangelnden Problembewusstsein für das Thema schließlich auch unseren weiteren Antrag zur Initiierung einer Ehrenamtskampagne gegen Isolation und Einsamkeit ablehnte, wundert daher nicht. Die CDU-Fraktion ist sich der Brisanz und der damit einhergehenden unverzüglichen Handlungsnotwendigkeit bewusst und wird weiterhin um Wege ringen, wie Angebote zu den Menschen kommen können. SPD, Linke und Grüne werden auch künftig darauf hoffen, dass sich die einsamen Menschen proaktiv bei den regionalen Angebotsträgern vorstellen.“

Die beiden Anträge „Berlin braucht dringend eine/n Einsamkeitsbeauftrage/n“ und „Wir brauchen eine Ehrenamtskampagne gegen Isolation und Einsamkeit“ sind Teil einer Serie von Initiativen der CDU-Fraktion zur Bekämpfung von Einsamkeit.

Drucksache d18-2232
Drucksache d18-2252