Gemacht
09.10.2019, 15:10 Uhr
Presseerklärung
Thema: Ehrenamtskarte
Auf der faulen Haut liegt keiner – aber eine ruhige Kugel schiebt der Senat schon!!
„Zu behaupten, der Senat würde in Sachen Ehrenamtskarte nichts tun, wäre wirklich glatt gelogen. Doch wenn man sich die Zahlen des Senats aus der Drucksache 18/ 21069 intensiver anschaut, kommt man schon ins Grübeln. Denn was sind 9.137 vergebene Ehrenamtskarten in einer Mehrmillionen-Stadt wie Berlin, in der statistisch gesehen ca. 40% der Menschen ehrenamtlich unterwegs sein sollen?“, fragt die ehrenamtspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion und Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie, Emine Demirbüken-Wegner.

„Was sind 17.000 kostenlose Fahrscheine in Bezug auf die vergebene Anzahl von Ehrenamtskarten, wenn damit gerade einmal 1,8 Fahrscheine auf jeden Ehrenamtskarten-Besitzer kommen? Kein Wunder, dass der Ruf der ehrenamtlich Engagierten nach Unterstützung des Senats für mehr Mobilität immer lauter wird. Doch der lässt sich Zeit, schiebt eine ruhige Kugel, wie die Berliner sagen, ruht sich - wie so oft - genussvoll auf halb Erreichtem aus.

Das betrifft, neben noch vielen anderen zu verbessernden Rahmenbedingungen für das Ehrenamt, auch die Werbung von Partnern für die Ehrenamtskarte. Immerhin konnte der Senat die Anzahl der Partner in den letzten Jahren von 22 auf 89 steigern, doch letztlich mutet dieses Ergebnis bei der Vielzahl der Unternehmen und Einrichtungen in Berlin ziemlich kläglich an. Also rechnet man flugs die Brandenburger Zahlen hinzu und schon hat die Hauptstadtregion durch diesen Taschenspielertrick eine Bilanz von insgesamt 220 Partnern aufzuweisen. Ja, so muss man das machen.

Doch nach der verdienten Kritik am Senat ein verdientes Lob für die Bezirke: diese erhalten für die Finanzierung bezirklicher Ehrenamtsarbeit keine Zuweisungen aus dem Landeshaushalt und müssen daher zusehen, wo und wie sie dafür Gelder frei schaufeln können. Trotzdem sind ihre Anerkennungsformate für das ehrenamtliche Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger vielfach denen des Senat in Inhalt, Form und Kreativität weit überlegen“, ergänzt die Abgeordnete.

„Davon kann der Senat noch viel lernen.“

Anlage: SA 18/21069