Gemacht
25.07.2019, 21:27 Uhr
Kein Gesundheitscampus auf KaBoN - Senat verpasst Chance zur Aufwertung des Ortsteils erneut
Der Senat von Berlin betrachtet die Fläche der ehem. Karl-Bonhoefer-Nervenklinik (KaBoN) nicht als ernstzunehmende Option zur Errichtung des geplanten ‚Gesundheitscampus‘ von Charite und Vivantes. 
Dies geht aus der Antwort auf die schriftliche Anfrage der Reinickendorfer Abgeordneten Emine Demirbüken-Wegner (CDU) hervor (Drucksache S18-20100). Bereits vor Amtsantritt des jetzigen rot-rot-grünen Senats hatten Pläne  der damaligen SPD-CDU Regierung für Hoffnung zur Aufwertung des Gesundheitsstandortes Reinickendorf gesorgt. Der landeseigene Gesundheitskonzern Vivantes und die Charite entwickelten ein Konzept, wonach Aus- und Weiterbildung in der Gesundheits- und Pflegewirtschaft in einer Art Gesamtanlage ähnlich wie ein moderner Uni-Campus baulich errichtet und gemeinschaftlich betrieben werden kann.

Die damalige Gesundheitsstaatssekretärin Demirbüken-Wegner unterstützte und forcierte zusammen mit ihrem Wissenschaftskollegen aus der Senatskanzlei dieses Projekt. Reinickendorfs Bezirksbürgermeister Balzer (CDU) hielt mit seiner Verwaltung das Projekt für schnell genehmigungs- und umsetzungsfähig. Bis in das Jahr 2018 plante der Senat, das Gelände der KaBoN sehr ernsthaft als Standort zu diskutieren. Noch Anfang letzten Jahres wurde auf CDU-Nachfrage dieser Standort als engere Wahl bezeichnet. Dem Bezirk wurde mit keiner Silbe signalisiert, dass es bei den Entscheidern in Senat, Uniklinik und Landeskonzern zu einem Meinungsumschwung gekommen ist.

Nun
 ist diese Idee für Reinickendorf hinfällig geworden. „Offensichtlich hat die SPD-Gesundheitssenatorin vor der für Flüchtlinge zuständigen Linke-Senatorin kapituliert! Statt Hunderte junger Menschen in einem zukunftsweisenden Gesamtkonzept, das Studentenapartments, Ausbildungseinrichtungen sowie Kranken- und Pflegebehandlungsmöglichkeiten integrierte, zusammenzubringen, wird damit die vielfach kritisierte Nutzung als Ankunftszentrum für Flüchtlinge verfestigt und die soziale Talfahrt in diesem Bereich nicht aufgehalten.“ so Demirbüken-Wegner. „Mit dem Gesundheitscampus KaBoN hätte Reinickendorf eine tolle Chance gehabt, sich im zukunftsträchtigen Bereich Gesundheitswirtschaft weiter zu etablieren. Das Humboldtklinikum, das private Rehazentrum Medical Park sind beispielhafte Leuchttürme unsere Reinickendorfer Gesundheitsversorgung. An der Grenze von Wittenau und Reinickendorf-West insbesondere den Bereich Pflege mit diesem Gesundheitscampus überregional zu etablieren, täte den Menschen gut.“