Gemacht
08.06.2019, 07:28 Uhr
Ehrenamtsempfang 2019 im Festsaal des Berliner Abgeordnetenhauses
 
„Was wünscht sich das Ehrenamt von der Politik?“ Antworten auf diese Frage diskutierte die CDU-Fraktion bei ihrem Empfang im Festsaal des Abgeordnetenhauses, zu dem sich diesmal eine Rekordzahl von mehr als 200 Teilnehmern erschienen waren. Fraktionschef Burkard Dregger und Ehrenamts-Fachpolitikerin Emine Demirbüken-Wegner (Sprecherin f. Bürgerliches Engagement) würdigten die Arbeit der freiwilligen Helfer als wertvolle Stütze unserer Gesellschaft, ohne die vieles in unserem Staat nicht funktionieren würde und sprachen Ihnen im Namen der Politik ihren Dank aus.

„Ehrenamtlich tätige Mitbürgerinnen und Mitbürger sorgen für Lebensqualität und menschliche Wärme in unserem manchmal so rüden Großstadtalltag“, fasste Demirbüken-Wegner das Motto des Abends zusammen, für den sie die Moderation übernommen hatte. Auf reges Interesse stieß dann auch die aufgestellte Wunschbox an diesem Abend, in die die Gäste ihre Fragen und Anregungen legen konnten. Geehrt wurden:
  • Frau Renate Krause (ehrenamtliche Leiterin der Cafeteria in der Max-Beckmann-Oberschule -MBO- in Reinickendorf),  
  • Frau Tamara Siebenmorgen-Koch (Interkulturelles Haus in Tempelhof-Schöneberg),  
  • Herr Quasim Akbar (Islamisch-Afghanische Gemeinde in Reinickendorf).

Im Rahmen der Mitarbeit in verschiedenen Projekten an der Max-Beckmann-Oberschule sowie durch die Empfehlung des MBO-Schulleiters Matthias Holtmann, hat Demirbüken-Wegner Renate Krause dort kennen gelernt. Neben ihrer 5-Tagewoche in der Cafeteria der Schule geht Fr. Krause regelmäßig zu den Johannitern, die schwerkranke Kinder betreuen. Dort hat sie immer ein offenes Ohr für die Sorgen, Nöte und Kümmernisse der kleinen Patienten, die sie mit selbstgestrickten Teddys und anderen Aufmerksamkeiten erfreut. Sie begleitet die Kinder auch zu ihren Chemotherapien in das Krankenhaus und sitzt nachts und am Wochenende bei ihnen, bevor die Arbeit in der Cafeteria sie wieder ruft. Häufig backt sie Kuchen für die Geburtstagskinder, deren Eltern es nicht schaffe. Sehr berührend waren daher auch die Dankesreden auf Frau Krause von Julius Einstmann und Cedric-Lennart Kours - Schüler des 11. Jahrgangs der MBO -, die Frau Krause, weil sie zu aufgeregt war, auf dem Podium mit Bravour vertreten haben.

Tamara Siebenmorgen-Koch ist die gute Seele des in Tempelhof-Schöneberg 1997 entstandenen ‚Interkulturelles Haus‘ (IH), einem Projekt des dortigen Bezirksamtes. Das IH bietet Raum für Begegnungen, Diskussionen, Netzwerkarbeit und interkulturelle Verständigung. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Vielfalt und Respekt sowie der Schaffung eines Klimas der Verständigung und des friedlichen Miteinanders. Das IH definiert sich als Raum zur Entfaltung interkultureller Begegnungen, egal welcher Herkunft, Ethnie und Religion. In der über zwanzigjährigen Geschichte des IC fanden und finden vielschichtige Integrationsprozesse statt, werden Brücken für zwischenmenschliche Beziehungen geschlagen. Diese Aktivitäten tragen so zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements im Bereich Integration bei. Informationsveranstaltungen mit Polizei, Feuerwehr und Verwaltung, das Organisieren von Festen und Freiwilligentagen, Angebote zur Hausaufgabenhilfe und … und … und werden stark überwiegend ehrenamtlich bewältigt. Tamara Siebenmorgen-Koch führt und inspiriert die im IH tätigen Menschen.

Der dritte Geehrte, Herr Quasim Akbar aus Reinickendorf, kam in den frühen 1970er Jahren nach Westberlin. Er studierte nach dem Abitur in Kiel und kehrte dann nach Berlin zurück. Hier wurde er ein erfolgreicher Unternehmer. Akbar folgte dem Ausspruch J.F. Kennedys und fragte sich, was er der Gesellschaft im Sinne der selbst erfahrenen erfolgreichen Integrationsarbeit zurückgeben kann. Er begann, soziale Projekte zu unterstützen und gründete u.a. die islamisch-afghanische Gemeinde, die ihre Versammlungsräume bewusst für soziale und kulturelle Zwecke öffnete. So werden beispielsweise im Ramadan jeden Tag abendlich bis zu 500 Menschen mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man zur Gemeinde gehört oder nicht. Ausschlaggebend allein ist, ob man Hilfe braucht. Diese erhalten die Menschen nicht nur durch Essen. Zuwendung, Hilfestellung in Verwaltungsangelegenheiten und natürlich stärkende Worte sind einige Säulen eines mittlerweile Dutzende von Menschen umfassenden Ehrenamtsengagements.


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