Gemacht
06.05.2019, 21:36 Uhr
KaBoN: Gedenkort für Opfer der NS-Zeit einrichten
 
Seit 2014 bemüht sich der „Freundeskreis Gedenkort Alter Anstaltsfriedhof“ der ehemaligen Wittenauer Heilstätten darum, den Friedhof und seine Geschichte im Bezirk Reinickendorf und in der Stadt Berlin bekannt zu machen.

Ziel ist die Errichtung eines würdigen Gedenkortes für die hier immer noch ruhenden Opfer der Naziherrschaft von 1933 bis 1945. 1995 wurde der Friedhof aufgehoben und die Grabsteine entfernt, die Toten wurden nicht verlegt.

Der stv. CDU-Fraktionsvorsitzende im Rathaus Reinickendorf und Wittenauer Ortsverbandschef Björn Wohlert hat in Abstimmung mit der für Wittenau-Süd zuständigen Wahlkreisabgeordneten Emine Demirbüken-Wegner für die Bezirksverordnetenversammlung den Antrag formuliert, einen Gedenkort für die Opfer der NS-Zeit einzurichten. "Der Senat hat den Ort der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (KaBoN) in den letzten Monaten mit der unglückseligen Einrichtung eines Ankunftszentrums für Flüchtlingen überfrachtet.

Wir sollten besonders im Hinblick auf die anstehende Nutzung der Fläche gerade jetzt die seit Jahren vorhandenen Wünsche der Bürgerinnen und Bürger, die sich im 'Freundeskreis Gedenkort Alter Anstaltsfiedhof' zusammengefunden haben, aufnehmen und darauf drängen, hier endlich eine würdige Gedenkstätte zu errichten." begründen Demirbüken-Wegner und Wohlert den Vorstoß in der BVV. In der Sitzung am 15. Mai soll der Antrag behandelt werden.


Beschlussvorschlag:

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Dem Bezirksamt wird empfohlen, sich gegenüber dem Senat dafür einzusetzen, dass der ehemalige Friedhof auf dem Gelände der früheren Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (KaBoN) als Gedenkort für die Patienten der Wittenauer Heilstätten, die Opfer nationalsozialistischer Gewaltanwendung wurden und dort bestattet sind, gestaltet wird.

Ein entsprechendes Konzept soll in Zusammenarbeit mit dem "Freundeskreis Gedenkort Alter Anstaltsfriedhof" umgesetzt werden. Das Bezirksamt wird ersucht zu prüfen, in welcher Höhe Mittel benötigt werden, damit während der Haushaltsberatungen für den Haushalt 2020/2021 über die Bereitstellung bezirkseigener Mittel in geeigneter Größenordnung beraten werden kann.

Folgende bauliche Maßnahmen, die die Initiative vorschlägt, sollen durchgeführt werden:
  1. Sicherung und Erhalt der beiden Mauerteile des Eingangstores, Beräumung von Gestrüpp und Ausbringung von feinem Kies um die Tormauer
  2. Fällen der jungen Ahorne auf den Reihengräbern
  3. Umzäunung der Reihengräber wie zum Beispiel bei der Kriegsgräberstätte Schönholzer Heide, Pankow
  4. Baumsicherungsmaßnahmen für eine ungefährdete Nutzung der beiden Friedhofs-Hauptwege
  5. Aufstellen eines verglasten Informations-Schaukastens im Eingangsbereich des KaBoN-Geländes, Oranienburger Straße 285 mit folgenden Inhalten:
Konzept Gedenkort 12.02.2019 (PDF-Datei 1,1MB)