Gemacht
25.02.2019, 08:22 Uhr
Presseerklärung
Zweites Kita-Spitzengespräch vom 22.Februar 2019 -Verhöhnung oder übler Scherz?

Zum zweiten Kita-Spitzengespräch vom 22.Februar 2019 erklärt die Abgeordnete der CDU-Faktion und Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie, Emine Demirbüken-Wegner: "Die im ersten Kita-Spitzengespräch im August 2018 eingeleiteten Maßnahmen haben bereits positive Wirkungen gezeigt...

Über diese Aussage des Senats mussten sich sicherlich nicht nur die Eltern, die seit Monaten - manche von ihnen seit Jahren - einen Kita-Platz suchen, verwundert die Augen reiben. Denn der eigentliche Zweck der Veranstaltung bestand doch augenscheinlich darin, die anwesenden Kita-Träger aufzufordern, 1 Kind pro Kita mehr in ihre Einrichtung aufzunehmen. Das zeigt, dass dem Senat nach wie vor im Kita-Bereich das Wasser bis zum Hals steht und die Krise noch lange nicht beendet sein wird.
v Dass aus dieser akuten Situation dann auch keine Aufzählung von in die Zukunft gerichteten Maßnahmen hilft, wie beispielsweise die Erhöhung von Ausbildungsplätzen oder der weitere Ausbau von Plätzen, wird jeder halbwegs mit der Materie vertraute Mensch, schnell durchschauen. Heißt das doch im Klartext, je mehr Plätze, desto größer die Erzieherlücke wegen immer noch fehlender Fachkräfte. Diese Lücke wird auch nicht von der steigenden Anzahl von Quereinsteigern ausgeglichen werden können, da der Senat beharrlich darüber schweigt, wie viele erfahrene Erzieherinnen und Erzieher gleichzeitig in den Ruhestand treten werden. Soviel zum Erhalt und dem Ausbau von Qualität, die von jeher mit dem zur Verfügung stehenden Personal gefallen oder gestiegen ist.

Und wie viele junge Absolventen von den neu ausgebildeten Fachkräften überhaupt in der schlecht bezahlten Berliner Kita landen werden, ist auch fraglich. Zwar wünscht sich der Senat eine bessere Bezahlung für die Erzieherinnen und Erzieher, macht aber selbst keinen Finger dafür krumm.

Zum Schluss darf auch der berühmte Kita-Navigator nicht fehlen, der bereits seit Monaten immer wieder der Elternschaft angekündigt wird: das grenzt wirklich schon an Verhöhnung. Oder ist das nur ein sehr übler Scherz in diesen närrischen Tagen?

Alles im allem bleibt festzuhalten: diese Veranstaltung hat weder die Bezeichnung "Spitzengespräch " verdient noch die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt."

Anlage: Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vom 22.Februar 2019