Gemacht
06.02.2019, 15:21 Uhr
Presseerklärung
Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung 2017 müssen Senat und Öffentlichkeit alarmieren

Zu den jetzt vorliegenden Ergebnissen der Grundauswertung der Schuleingangsuntersuchung 2017 erklärt die Abgeordnete der CDU-Fraktion und Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie, Frau Emine Demirbüken-Wegner:
"Es macht einen fassungslos zu lesen, dass fast ein Drittel aller Schulanfänger mit schweren gesundheitlichen und Entwicklungs -Defiziten in die Schule kommen.
Noch fassungsloser macht einen, wenn sich bei den ausgewiesenen Gesamtzahlen herausstellt, dass es sich dabei um Kinder handelt, die mehr als zwei Jahre eine Kita besucht haben: So sind bei 28% aller Kinder grenzwertige bis auffällige motorische Störungen zu verzeichnen und bei 28,6 % Störungen der Auge-Hand-Koordination. Im Bereich der kognitiven Entwicklung leiden 33,3% an visuellen Defiziten und 23,4 % der Kinder haben ein fehlendes Mengenwissen.
Besonders alarmierend sind jedoch die Ergebnisse hinsichtlich der zu verzeichnenden Sprachdefizite. Sie betreffen 27,1%, aller Kinder, Tendenz steigend!!
Was läuft da eigentlich falsch in unserem Berliner Frühförderungssystem?
Darauf gibt die Grundauswertung leider keine befriedigenden Antworten, denn die Hinweise auf Änderungen bei der methodischen Erfassung halte ich hier für allzu billig. Dazu sind die erfassten Prozentsätze zu hoch.
Schwerer dagegen wiegt für mich der Satz aus der Pressemitteilung der Gesundheitsverwaltung vom 1. Februar 2017:
"...Jedoch ist der Einfluss des Kita-Besuchs schwächer als der der sozialen Lage der Familie...".

Was bedeutet das in der Endkonsequenz?

Kapituliert der Senat und insbesondere die verantwortlichen Senatsressorts nun endgültig vor der Realität, indem sie kommentarlos 30% der Schulanfänger mit einer schweren Hypothek in ihre schulische " Karriere" schicken?
Ich hoffe nicht, geht es doch um die Zukunft dieser Kinder und ihre Chancen in einem ohnehin schwächelnden Berliner Bildungssystem."

Anlagen: SA 18/17249