Gemacht
12.12.2018, 15:25 Uhr
Festakt der Bundesregierung: ‘40 Jahre für Integration‘
Vor 40 Jahren wurde das Amt der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung geschaffen, das heute von Staatsministerin Annette Widmann-Mauz geleitet wird. Zum Festakt „40 Jahre für Integration“ blickten in Berlin Repräsentanten von Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft zurück auf die Personen, die das Amt und damit auch die deutsche Integrationspolitik seit 1978 geprägt haben.



Unter dem Titel „40 Jahre für Integration“ fand der Festakt im ‚Haus der Kulturen der Welt‘ (so heißt heute die ehemalige West-Berliner Kongreßhalle) statt. Die Veranstaltung würdigte in erster Linie das Amt der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Zugleich gab der Festtag Anlass dazu, einen Blick auf die deutsche Integrationspolitik zu werfen. Im Jahr 1978 wurde in der Bundesrepublik Deutschlands erstmals ein Ausländerbeauftragter eingesetzt. Das Amt übernahm damals der frühere Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Heinz Kühn (SPD).

Nachdem sich die westdeutsche Wirtschaft von den Folgen des Zweiten Weltkrieges erholt hatte, waren viele ausländische Arbeitskräfte angeworben worden, vor allem aus Südeuropa. Ursprünglich ging man davon aus, dass die sogenannten „Gastarbeiter“ nach einer gewissen Zeit in ihre Heimatländer zurückkehren würden. Doch in den 1970er Jahren wurde deutlich, dass dies nicht abzusehen war, viele der ausländischen Arbeiter und ihre Familien waren in Deutschland heimisch geworden. Aus diesem Grund beschloss die Bundesregierung 1978, einen „Beauftragten zur Förderung der Integration der ausländischen Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen“ zu berufen. Das Amt war organisatorisch an das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung angebunden.

Heinz Kühn sagte voraus, dass sich eine große Zahl von Einwanderern in Deutschland dauerhaft niederlassen werde und warb für ein Konzept der dauerhaften Integration. Er konzentrierte sich dabei vor allem auf ausländische Kinder und Jugendliche. Zum Jahresende 1980 gab Heinz Kühn sein Amt auf, um ein Abgeordnetenmandat im Europäischen Parlament anzutreten. Ihm folgten Liselotte Funcke (FDP), Cornelia Schmalz-Jacobsen (FDP), Marieluise Beck (Bündnis 90-Die Grünen), Maria Böhmer (CDU), Aydan Özoğuz (SPD) und nun Annette Widmann-Mauz (CDU). In der Schlussphase der DDR amtierte unter dem damaligen Ministerpräsidenten Lothar de Maziere (CDU) die Bürgerrechtlerin Almuth Berger.

Nach dem Bund führten auch die einzelnen Bundesländer und Kommunen die Funktion einer/eines zunächst ‚Ausländer‘-, dann ‚Integrationsbeauftragten‘ ein. Die bis zu ihrem endgültigen Ausscheiden aus dem Amt dienstälteste Integrationsbeauftragte in Deutschland, Emine Demirbüken-Wegner (CDU), war zum Festakt geladen. Zum heutigen politischen Stellenwert des Amtes sagte sie: „Bis 2005 war das Amt bei verschiedenen Bundesministerien angesiedelt. Unter der Kanzlerschaft von Dr. Angela Merkel wurde die Integration zur Chefsache erklärt – und das Amt dem Bundeskanzleramt zugeordnet. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Amt stark gewandelt. Allein schon seine Bezeichnung: Aus dem „Beauftragten zur Förderung der Integration der ausländischen Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen“ wurde der oder die „Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration“.“