Gemacht
05.12.2018, 14:18 Uhr
„Betroffene wahrnehmen, Betroffene schützen“
Die aktuelle Kampagne der Amadeu-Antonio-Stiftung lenkt die Aufmerksamkeit auf rechte Gewalt in Berlin

Nach den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz und anderen Vorfällen konzentriert sich die Diskussion um rechte Gewalt stark auf Ostdeutschland. Dabei wird häufig vergessen, dass auch in der weltoffenen und toleranten Hauptstadt Berlin viele Menschen alltäglich mit der Bedrohung durch rassistische, antisemitische und homo- und trans*feindliche Gewalt leben.

Auch in unserer Stadt ist die Zahl rechter Angriffe nach einem starken Anstieg in den letzten fünf Jahren weiter auf einem hohen Niveau. ReachOut, die Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, verzeichnet 267 Angriffe für das Jahr 2017. Das schwule Anti-Gewalt Projekt Maneo erkannte im gleichen Jahr in 324 Gewalttaten einen „homophoben oder trans*phoben Hintergrund“. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) erfasste 2017 in Berlin insgesamt 947 antisemitische Vorfälle, darunter waren 18 Angriffe.

Mit der aktuellen Kampagne machen wir aufmerksam auf die Perspektive Betroffener und rufen dazu auf, ihnen solidarisch zur Seite zu stehen. Stadtweite Plakatierung, Printanzeigen und Postkartenverteilung werden begleitet durch eine sechswöchige Social Media-Kampagne, unterstützt durch prominente Berliner*innen aus Sport, Kunst und Kultur. Neben der Schaffung von Aufmerksamkeit für das Thema hat die Kampagne zum Ziel, Spenden für den Opferfonds CURA zu sammeln, der Betroffene rechter, rassistischer, antisemitischer, antiziganistischer, homo- und transfeindlicher und sozialdarwinistischer Gewalt durch schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe unterstützt. In Zusammenarbeit mit Opferberatungsstellen und Betroffeneninitiativen leistet CURA Unterstützung, die an die konkreten Bedarfe der Betroffenen angepasst ist und unabhängig von der häufig mangelhaften Anerkennung der Taten durch Ermittlungsbehörden erfolgt, die der Realität der Betroffenen oft nicht gerecht wird.

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