Gemacht
26.11.2018, 10:40 Uhr
10. Quartiersrätekongress 2018 im Abgeordnetenhaus

Mit dem im März 2019 bevorstehenden Jubiläum des ‚Programms Soziale Stadt‘ jährt sich die Einführung des Berliner Quartiersmanagements zum 20. Mal. Der mittlerweile einmal jährlich stattfindende Quartiersrätekongress (QR’e) soll jeweils den Abschluss eines reflektierenden Austauschs mit den Gremien bilden, um das ‚Programm Soziale Stadt‘ gemeinsam weiterzuentwickeln. Beim diesjährigen 10. Quartiersrätekongress am 23. November im Abgeordnetenhaus von Berlin sollte vorbereitend auf das Jubiläumsjahr ein Blick zurück und auch nach vorn gemacht werden. Senatorin Katrin Lompscher (Die Linke) und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen nutzten diesen Anlass, auf die Entwicklung des Programms zurückzuschauen, Anregungen für die Weiterentwicklung des Programms zu bekommen und in einem Ausblick nach vorne zu schauen.

Seit April 2016 ist auch der im Wahlkreis von Emine Demirbüken-Wegner (CDU) gelegene Kiez Auguste-Viktoria-Allee/Klixstrasse als Quartiersmanagement AVA Bestandteil des ‚Programms Soziale Stadt‘. So nahmen denn auch Mitglieder des Quartiersrates QM AVA nicht zum ersten Mal zusammen mit ihrer Abgeordneten am Kongress teil und beteiligten sich engagiert an der Diskussion mit der zuständigen Senatsverwaltung. Die Kernpunkte der Diskussion waren 

  • Bilanz der letzten Jahre: Es herrschte große Einigkeit darüber, dass das Instrument des QM wichtig und gut ist.
  • Es wurde aber auch Unzufriedenheit formuliert: Politik und Bürger müssten noch enger zusammen arbeiten, die Politik müsse mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, denn aktuell würden die QM-Bereiche ca. 10% weniger erhalten.
  • Die QM-Instrumente müssten weiter entbürokratisiert werden. Einige Projekte können durch zu viele Verwaltungsvorgaben schwer oder gar nicht umgesetzt werden, weshalb sich auch ein Bezirk vom QM gelöst hat und versucht, die Arbeit in Eigenregie zu gestalten.
  • Es wurde starke Kritik an der „Rahmengeschäftsordnung für Quartiersräte“ geübt. Diese würde die QR‘e in ihrer Arbeit lähmen, einschränken und damit tlw. handlungsunfähig machen. Der Senat hätte mehr Befugnisse als die Bürger, die aber an der Basis die ganze Arbeit machen sollen. Dies sei keine Kooperation auf Augenhöhe. Die Einbindung der QR‘e in die betreffenden Steuerungsrunden sei suboptimal. In der Folge gewänne man den Eindruck, dass die Wertschätzung der Bürger ist hier nicht gegeben sei. Bspw. werde zu ungünstigen Tageszeiten getagt, an denen die Mitglieder der QR‘e teilweise noch ihrer Arbeit nachgingen.
  • Es wird eine Ehrenamtskarte als symbolisches DANKESCHÖN gewünscht.

Frau Senatorin Lompscher bot in einer kurzen Auswertung auf die erfolgte Diskussion an, die Rahmengeschäftsordnung zu überprüfen. Hierzu sollen bis zum 07.12.18 noch einmal Hinweise der QR’e erfolgen. Auch diskutiert wurden die Beweggründe des Engagements der Bürgerinnen und Bürger im QM. Explizit genannt wurden folgende Aussagen:

 

·         „Ich möchte außer meckern auch aktiv etwas machen!“

·         „Mein Motto lautet: Wenn Du willst, dass was getan wird, dann tue es selbst!“

·         „Ich will mein Lebensumfeld kennenlernen, mit meinen Nachbarn gemeinsam ins Gespräch kommen!“

·         „Ich möchte Vorurteile z.B. gegenüber Andersgläubigen abbauen!“

·         „Ich will der Politik auf die Finger klopfen!“

Am Ende waren sich ALLE einig, dass ein „Weiter so!“ nur unter veränderten Rahmenbedingungen und mit mehr finanziellen Mitteln möglich sei!

Auf diesem Foto: R'Westler QR-Mitglied Kurt Gilcher und Emine Demirbüken-Wegner

Weitere Informationen zum 20-jährigen Jubiläum des Berliner Quartiersmanagements finden Sie unter www.quartiersmanagement-berlin.de/unser-programm/20-jahre-berliner-quartiersmanagement.html
Eine Anmeldung wird erbeten unter www.planergemeinschaft.de/quartiersraetekongress

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