Gemacht
13.02.2018, 18:15 Uhr
BVV Reinickendorf empfiehlt temporäre Busspuren auf der Scharnweberstrasse
 
Die BVG wird ab 2020/21 die U6-Trasse zwischen Tegel und Kurt-Schumacher-Platz sanieren. Insbesondere der 1958 fertiggestellte Dammbau zwischen den Bahnhöfen Borsigwerke und Kurt-Schumacher-Platz braucht nach mehr als 60 Jahren eine Grundsanierung. Da dazu parallel lt. Senatsverkehrsverwaltung auch die Autobahn im Norden umfassend saniert werden soll, befürchten viele Bürgerinnen und Bürger einen Verkehrskollaps. Umso wichtiger ist es dann, die verbliebenen Strecken des Öffentlichen Personennahverkehrs funktionstüchtig zu halten.
Die Bauarbeiten an der U-Bahn-Trasse mit Streckensperrungen sind für die Jahre 2020 und 2021 geplant, dazu kommt noch der Ersatzneubau der Brücke Seidelstraße sowie die Sanierung der Bahnsteige auf den Bahnhöfen Scharnweberstraße und Holzhauser Straße. Die Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf (BVV) hat nun gegen die Stimmen der CDU-Fraktion die Einrichtung temporärer Busspuren auf der Scharnweberstrasse (Drucksache DRS01547-XX) beschlossen.
Grundsätzlich muss man festhalten, dass die Planung der Senatsverkehrsverwaltung, zeitgleich U-Bahn und Autobahn zu sanieren, wieder mal eine Geschichte aus dem Tollhaus ideologischer Ignoranz und planerischer Unfähigkeit ist. Ziel dieser BVV-Empfehlung soll es sein, den normalen Linienverkehr, der dann noch um den sogenannten Schienenersatzverkehr ergänzt wird, einigermaßen im Fluss zu halten. Die Diskussion in der BVV hat aber gezeigt, dass Grüne, Linke und SPD damit den Einstieg in eine dauerhafte Busspur auf der Scharnweberstrasse wünschen. Meine Kolleginnen und Kollegen wie ich haben uns in der Vergangenheit immer gegen die Einführung einer dauerhaften Busspur auf der Scharnweberstrasse ausgesprochen. Viele Anwohnerinnen und Anwohner haben uns darauf hingewiesen, dass solche Busspuren den Individualverkehr in die parallel verlaufenen Wohnstrassen wie Auguste-Viktoria-Allee und Kienhorststrasse ausweichen lassen. Wir haben dort viele Kita- und Schulstandorte. Die Umweltbelästigung wollen wir nicht noch weiter in die Wohngebiete transportiert wissen. Dies machte auch die Entscheidung der CDU-Fraktion in der BVV nicht einfach. Wir haben uns aber alle nach einer umfangreichen Abwägung der Risiken entschieden, hier diesen Weg der Ablehnung zu gehen.“ begründet die Wahlkreisabgeordnete von Reinickendorf-West, Emine Demirbüken-Wegner, die Entscheidung der Bezirksverordneten. „Wir werden dann auch erkennen können, ob unsere seit mehr als 15 Jahren geäußerten Befürchtungen begründet sind.“