Gemacht
13.02.2018, 17:59 Uhr
Cem Özdemir zu Gast bei der CDU in Reinickendorf

Zum 22. Neujahrsempfang der CDU-Frohnau hatten die Ortsvorsitzende Katrin Schultze-Berndt und Dr. Frank Steffel, Reinickendorfer Bundestagsabgeordneter und CDU-Kreischef, einen prominenten Gastredner eingeladen, den ehemaligen Bundesvorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir

Zahlreich war die Politprominenz vertreten: CDU-Generalsekretär Stefan Evers, die Parlamentsausschussvorsitzenden  Burkhard Dregger und Emine Demirbüken-Wegner, der stv. Landes-Fraktionschef Tim Zeelen sowie die Abgeordneten Stephan Schmidt und J.J. Schultze-Berndt seien hier genannt.

Özdemir machte in seiner teilweise launigen Rede eine ‚Tour d’horizon‘ um die bundespolitischen Ereignisse  seit der Bundestagswahl im September 2017. Die Berliner Morgenpost berichtet dazu in ihrer Ausgabe vom 12.02.18: „Mit Blick auf die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen und den anstehenden SPD-Mitgliederentscheid über eine GroKo, bekannte Özdemir, dass er nun auf eine neue Bundesregierung hoffe. "So viel Patriotismus muss sein", sagte er. Beim Mitgliederentscheid der SPD schlagen eben zwei Seelen in Özdemirs Brust. "Der Grüne in mir würde gern regieren, aber der Staatsbürger in mir sagt, es wird höchste Zeit, dass Deutschland eine handlungsfähige Bundesregierung bekommt." Angesichts der AfD im Bundestag mahnte er, nicht das Bewusstsein dafür zu verlieren, dass die Unterschiede zwischen den anderen Fraktionen kleiner seien als gegenüber den Rechtspopulisten. Natürlich widmete er sich auch dem Klima zwischen Union und SPD und befürchtete augenzwinkernd schlimme Zeiten für die Opposition. "Wie die übereinander reden, da bleibt für uns ja gar nichts übrig." An der Führungskrise der SPD erfreue er sich aber nicht. Die Demontage von Martin Schulz sollte Anlass zur Nachdenklichkeit geben und daran erinnern, welche dramatischen Halbwertzeiten es in der Politik gebe. "Wir brauchen eine starke SPD", erklärte Özdemir, umso mehr betrübe es ihn, "was die Partei gerade veranstaltet".

Ähnliche Gefühle löst aber auch die CDU bei ihm aus. Die Bundeskanzlerin werde derzeit "im eigenen Laden zerfleddert", dabei werde sie doch dringend gebraucht, um international die Fahne der Liberalität und der Freiheit hochzuhalten. Özdemir, der in einer Jamaika-Koalition Chancen gehabt hätte, Außenminister zu werden, richtete in seiner Rede vor allem den Blick auf die Außenpolitik, auf die Lage Europas und die Krise der westlichen Welt, die US-Präsident Donald Trump ausgelöst habe. Er schilderte eine bezeichnende Anekdote: Als FDP-Chef Christian Lindner die Verhandlungen zu einer Koalition aus Union, Grünen und FDP für gescheitert erklärte, hätten Angela Merkel und er spontan identisch reagiert: "Gut, dass wir Emmanuel Macron in Frankreich haben." Aber Frankreich könne es nicht allein schaffen, betonte Özdemir. Angesichts der Erosion westlicher Werte und des Verlustes von Sicherheit werde Deutschland in Europa gebraucht.“


Bilderserie