Gemacht
31.01.2018, 20:00 Uhr
Presseerklärung
Musikunterricht an den Berliner Grundschulen: Senat hantiert erneut mit Nebelkerzen
Mittels musischer Bildung und Erziehung wird ein wichtiger und unverzichtbarer Beitrag zur allseits harmonischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen geleistet. Dazu gehört natürlich auch der Musikunterricht an Berlins Grundschulen, in dem mit viel Hingabe und Einsatz gelehrt, gesungen und musiziert wird.
Dieses Engagement und innere Beteiligtsein am Thema merkt man durchaus den Antworten des Senats an, würde ein Makel nicht die Freude trüben: Das Fach Musik ist Mangelfach, denn es fehlen an den Grundschulen ausgebildete Musiklehrer. Wie viele das sind, bleibt jedoch auch nach der Beantwortung der Schriftlichen Anfragen 18/12788 und 18/13088 (siehe Anlage) das Geheimnis der Schulverwaltung. Nach wie vor gibt es keine Daten hinsichtlich besetzter und unbesetzter Stellen, keine Statistik zum Unterrichtsausfall und keine Übersicht, welche Vertretungsstunden fachgerecht oder fachfremd erfolgen. Trotzdem versichert der Senat, dass er „jederzeit eine Übersicht zur fachgerechten Erteilung von Unterricht in jedem Fach der Berliner Schule“ hat. Darüber hinaus fertige er „Modellrechnungen zum zukünftigen Bedarf in einzelnen Fächern bzw. Fachgruppen der Berliner Schule an“. Welches Datenmaterial er dafür allerdings als Grundlage nutzt, bleibt ebenfalls im Dunkeln.
 
Ähnlich nebulös und verschwommen reagiert der Senat auch auf andere Fragestellungen, so dass sich der Eindruck verfestigt: Trotz unbestreitbarer Bemühungen - der Musikunterricht in der Grundschule wird weiter Mangelfach bleiben. Diese Aussicht kann nicht befriedigen. Der Senat steht in der Pflicht, diesen Zustand umgehend zu ändern!