Gemacht
11.06.2017, 11:42 Uhr
S 25 im 10-Minuten Takt – S-Bahnhof-Eichborndamm bekommt zweiten Ausgang und zweites Gleis
Der S-Bahnhof Eichborndamm ist einer von zwei S-Bahnhöfen im Ortsteil Reinickendorf-West, unmittelbar an der Grenze zum Ortsteil Wittenau gelegen. Der an der sogenannten Kremmener Bahn gelegene Haltepunkt wird von der Linie S25 der Berliner S-Bahn bedient.
Der Zugang erfolgt über den Eichborndamm  (benannt nach Louis Eichborn, ((1812–1882)), Bankier und Schachspieler, preußischer sogenannter Lotterie-Obereinnehmer).
Der Bahnhof umfasst einen Mittelbahnsteig, wobei nur die nördliche Bahnsteigkante bedient wird. Im unmittelbaren Umfeld am Eichborndamm und an der Antonienstraße befinden sich eine Bushaltestelle, Fahrradabstellplätze sowie ein P&R-Parkplatz.
Der Bahnhof steht unter Denkmalschutz. Dieser Bahnhof hat eine Geschichte, die so lang ist wie die des Ortsteiles Reinickendorf-West. Beim Bau der Kremmener Bahn war an dieser Stelle kein Bahnhof vorgesehen.

Die Königliche Eisenbahndirektion lehnte einen entsprechenden Antrag von Anliegern ab, lag doch der Haltepunkt Dalldorf (heute: Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik) der Nordbahn nur 800 Meter entfernt. Knapp zwei Wochen nach Inbetriebnahme der Strecke berichtete das Reinickendorfer Tageblatt am 12. Oktober 1893: „Es soll ein Haltepunkt zwischen Dalldorf und Tegel eingerichtet werden am Ausgang der Eichbornstraße in der Nähe der neu angelegten Wíttestraße. Die Forderungen der Bahn: unentgeltliche Hergabe des Terrains und ein Zuschuß von 4.500 Mk. Dies wäre auch für die sechsklassige Schule in Neu-Reinickendorf ein Vorteil. Man brauchte dann nicht mehr von Dalldorf aus über Sandhügel und Kieferngestrüpp zu laufen.“

Es gelang, zumindest einen Großteil des geforderten Geldes zu sammeln, und am 1. Oktober 1894, exakt ein Jahr nach Eröffnung der Strecke, wurde ein zusätzlicher Haltepunkt unter dem Namen Eichbornstraße in Betrieb genommen. Die Anlage bestand zunächst aus einem Seitenbahnhof an der eingleisigen und ebenerdigen Strecke. Ab 1900 wurde die Bahn zweigleisig ausgebaut und auf einen Damm gelegt, 1905 wurde der heutige Dammbahnhof eröffnet. Ab dem 16. März 1927 hielten die ersten elektrischen Vorortzüge am Bahnhof Eichbornstraße, aus ihnen ging am 1. Dezember 1930 die Berliner S-Bahn hervor. Ende April 1945 stellte die Reichsbahn ihren S-Bahnbetrieb ein, erst ab dem 19. Juli fuhren wieder erste Züge auf der Strecke, wenn auch noch mit Dampf. Das südliche Gleis wurde 1945 oder 1946 als Reparationsleistung demontiert. Nach dem Mauerbau fuhren die S-Bahnen nicht mehr bis Velten oder Hennigsdorf, Endstation war bereits Heiligensee (Quelle: Wikipedia).

Die Geschichte der ‚Neuzeit‘ kennen viele Menschen im Bezirk recht gut: In den Jahren 1974 bis 1975 wurde die nördliche Brücke über den Eichborndamm erneuert, außerdem wurden im Zuge der Verlängerung der Antonienstraße neue Brücken über diese errichtet. Die Kremmener Bahn blieb nach dem Reichsbahnerstreik 1980 zunächst in Betrieb. Mit der Übernahme der West-Berliner S-Bahn durch die Berliner Verkehrsbetriebe am 9. Januar 1984 erfolgte die Stilllegung der S-Bahn in diesem Abschnitt. Die Wiedereröffnung erfolgte elf Jahre später zum 28. Mai 1995, vorher wurden der nördliche Brückenüberbau über den Eichborndamm erneuert sowie Treppenzugang und Bahnsteigdach saniert. Bis heute halten die S-Bahnen ausschließlich an der nördlichen Bahnsteigkante. Für einen barrierefreien Zugang zum Bahnsteig wurde im Jahr 2014 ein Aufzug gebaut.

Nun findet die Grundsanierung des Streckenabschnitts zwischen Schönholz und Tegel statt. Hierzu haben sich die beiden CDU-Ortsvorsitzenden von Reinickendorf-West und Wittenau, Emine Demirbüken-Wegner (MdA) und Björn Wohlert (stv. CDU-Fraktionschef Rathaus Rdf.) eingehend informiert und können zu den Bauarbeiten Neues berichten: „Im Zuge der Grundsanierung sind der Wiederaufbau des zweiten S-Bahngleises und die Einführung eines 10-Minuten-Taktes bis Tegel geplant. Diese Bauarbeiten bringen noch mehr gute Nachrichten nach Reinickendorf-West und Wittenau: Im Jahr 2019 soll am S-Bahnhof Eichborndamm ein zweiter Ein-/Ausgang geschaffen werden. Die Planungsvereinbarung mit dem Senat ist bereits geschlossen: Mit Neubau der Personenunterführung nach Süden zur General-Barby-Straße und nach Norden zur Straße Im Hufenschlag entsteht eine zusätzliche stadtteilverbindende Anlage mit überdachtem Bahnsteigzugang einschließlich Beleuchtung und Anpassung an den öffentlichen Verkehrsraum.“

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