Gemacht
04.06.2017, 14:14 Uhr
Daten von Kindern und Jugendlichen beim Senat unzureichend geschützt
Eine Welle von Cyberangriffen machte Mitte Mai Organisationen, Behörden und Firmen weltweit zu schaffen. In Großbritannien wurden zahlreiche Krankenhäuser lahmgelegt, in Deutschland war die Überwachungstechnik der Deutschen Bahn betroffen.
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die strafrechtlichen Ermittlungen zu der Cyberattacke übernommen, teilte das Haus von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) mit.

Der Angriff füge sich in eine "sehr angespannte Cyber-Bedrohungslage", vor der die Behörden immer wieder gewarnt hätten. Die Attacke hatte nach Einschätzung der europäischen Polizeibehörde Europol ein bisher "beispielloses Ausmaß". Es seien komplexe internationale Ermittlungen unter anderem der Cybercrime-Taskforce nötig, um die Hintermänner zu finden. Der Autobauer Renault stoppte wegen der Angriffe die Produktion in einigen Werken in Frankreich, "um eine Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern". In den USA war der Versanddienst FedEx betroffen.

Auch in Berlin waren bspw. Einrichtungen der Deutschen Bahn betroffen. Daten und Informationsnetzwerke, die in Verwaltung der Berliner Behörden und Senatsstellen stehen, waren von dem Angriff nicht betroffen. Hier liegen große Mengen an hochsensiblen Informationen, mit denen im Falle unberechtigter Zugriffe viel  Missbrauch betrieben werden könnte.

Die Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie, Emine Demirbüken-Wegner, wollte von der für Kinder und Jugendliche zuständigen Senatsverwaltung wissen, welche Maßnahmen zum Schutz dieser sehr persönlichen, also datenschutzrechtlich wichtigen Daten generell getroffen worden sind:  „Durch die weltweiten Hackerangriffe auf Computersysteme von Behörden, Verwaltungen, Firmen und Einrichtungen unruhig geworden, stellte ich mir die Frage, was wohl passieren würde, wenn beispielsweise die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie mit ihren massenhaften Programmen und Datensammlungen angegriffen werden würde. Käme es zum totalen Zusammenbruch? Oder gibt es bereits genügend Schutzprogramme, um einem solchen Angriff Stand zu halten? Und wie sieht es eigentlich um den Schlaf derjenigen aus, die Verantwortung für den  Schutz dieser Systeme tragen? Beruhigend fielen die Antworte nicht aus. Sie sind nach meinem Eindruck sogar bestens dafür geeignet, potentielle Hacker dazu anzureizen, sich doch einmal an der Senatsschulverwaltung zu versuchen. Auf viel Widerstand werden sie dort nicht treffen.“ Dies machte die Anfrage von Demirbüken-Wegner im Parlament unmittelbar nach den Hackerangriffen offenbar (siehe Anlage).

-> Mündliche Anfrage 18. Mai2017 Hackerangriff.pdf